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Wahlpflichtfach „Fotografie, Film und Video” - FFV

Zunächst eine Begriffserklärung:
Das Wahlpflichtfach „Fotografie, Film und Video” entspricht in seinen Inhalten im wesentlichen dem alten Wahlpflichtfach „Medienkunde”. Wir haben uns zu dieser Umbenennung durchgerungen, weil wir Verwechslungen mit dem neuen Wahlpflichtfach „Journalismus und Medienkompetenz” vermeiden wollen. Zweimal das Wort „Medien” in unterschiedlichen Fächern, dass könnte, so haben wir uns gedacht, bei Schülerinnen und Schülern zu Verwirrung führen. Außerdem begegnen wir mit diesem neuen Namen der immer wieder geäußerten Frage: „Was macht man eigentlich in Medienkunde?”

Also:
Das von Professor Viktor Vas geleitete Wahlpflichtfach heißt nun: „Fotografie, Film und Video” und es ist genau das drin was drauf steht: Wir beschäftigen uns im ersten Jahr dieses zweijährigen WPF (6. Klasse) ausführlich mit dem Medium Fotografie in all seinen Facetten. Wir lernen mit einem professionellen Fotoapparat richtig umzugehen, Fotos bewusst zu gestalten und nicht einfach mehr oder weniger zufällig zu „knipsen”. Wir werden dabei sowohl analog als auch digital fotografieren. Will heißen, wir werden sowohl mit Filmmaterial und Fotopapier in der Dunkelkammer arbeiten als auch digitale Bilder auf dem PC bearbeiten (Photoshop) und die besten Arbeiten dann großformatig in A2 ausdrucken. Hierzu steht uns ein eigener „Medienraum” zur Verfügung. Ein wenig Bereitschaft, sich auch mit technischen Fragen zu beschäftigen, ist dazu schon nötig, aber allzu wild wird es nicht. Neben der künstlerisch-praktischen Erforschung des Mediums Fotografie ist auch die theoretisch-historische Auseinandersetzung mit reproduktiven Bildaufzeichnungsverfahren fixer Bestandteil dieses ersten Jahres. Wir werden daher ein bisschen in die Geschichte der Fotografie hineinschnuppern und uns ansehen, auf welch vielfältige Weise andere Künstlerinnen und Künstler vor uns den Fotoapparat als kreatives Werkzeug benutzt haben. Auch eine kritische Analyse der Rolle der Fotografie in Printmedien (Zeitung, Illustrierte, Plakate, etc.), insbesondere aber in Werbung und Politik darf in unserer heutigen Welt der bunten Bilderflut nicht fehlen. Speziell der Frage, wie die Wahrnehmung von Wirklichkeit durch ihre mediale Abbildung umgestaltet, verzerrt, ja sogar manipuliert werden kann, werden wir aufmerksam nachforschen. Insgesamt sollt ihr aber in diesem Jahr vor allem lernen, den Fotoapparat oder meinetwegen auch das eigene Handy als kreatives Werkzeug (ähnlich einem Bleistift oder Pinsel) zur Umsetzung eigener künstlerischer Ideen selbstbewusst und emanzipiert einsetzen zu können.

Im zweiten Jahr (7. Klasse) lernen unsere Fotos dann laufen. Wir werden uns in den ersten Monaten bis ungefähr Weihnachten recht intensiv mit der Filmgeschichte beschäftigen, indem wir uns kurze Filmausschnitte - vom schwarz/weiß Stummfilm bis zum digitalen Weltraumspektakel - ansehen und dabei analysieren wie Filme eigentlich gemacht sind:

Wie kann ich mit der richtigen Kameraführung eine fiktive Wirklichkeit bewusst gestalten ?
Wie schneide und montiere ich das Filmmaterial so, dass eine Geschichte visuell spannend erzählt wird ?
Welche zusätzliche Möglichkeiten der Inszenierung bietet mir die anschließende Nachvertonung eines Films (Musik, Geräusche) ?

Solche und ähnlich Fragen werden uns im ersten Semester vor allem beschäftigen. Parallel dazu gibt es immer wieder kleine filmtechnische „Fingerübungen” in denen ihr das Gelernte mit der Kamera in der Hand praktisch erproben könnt. Zuletzt soll dann alles in einen gemeinschaftlichen, möglichst interessanten, kreativen, witzigen(?) Kurzfilm münden mit dem wir beim alljährlichen „Österreichischen Schülerfilmfestival” ins Rennen gehen und auf eine gute Platzierung hoffen werden.

Filme, die nicht dazu gemacht wurden, um bei Popcorn und Cola im Dunkel eines Kinos betrachtet zu werden, sondern meist auf irgendwelchen Bildschirmen flimmern, werden gerne als „Video” bezeichnet. Die Kunstform des Videos hat sich in den letzten Jahren als fixe Größe im internationalen Ausstellungswesen etabliert. Um dieser spannenden Entwicklung Rechnung zu tragen, wollen wir uns gegen Ende des Sommersemesters der 7. Klasse abschließend noch mit dem Phänomen des internationalen Avantgardefilms und des Kunstvideos, und hier ganz besonders mit seinen Berührungspunkten mit dem Genre des Musikvideos beschäftigen.

Was kann ich mit dem WPF „Fotografie, Film und Video” eigentlich machen?
(Noch so eine Frage, die ich oft bekomme.)
Also primär soll es Spaß machen. Ihr sollt aber auch lernen, dass Medien etwas sind, das von bestimmten Menschen für andere Menschen zu einem ganz bestimmten Zweck gemacht wurden, und dass die darin enthaltenen (manchmal sogar versteckten) Botschaften immer auch ein zuvor abgestecktes Ziel verfolgen. Ich glaube, dass der beste Weg, euch zu kritischen Medienkonsumenten zu machen darin besteht, euch das Rüstzeug mitzugeben, selbst emanzipiert mit Medien gestalten zu können. Und wenn ihr danach einen Spielfilm, eine Werbung, die Bildnachrichten in ZIB oder auch eine Kunstausstellung mit vielen bunt flimmernden Videos mit wacheren und kritischeren Augen wahrnehmt, dann habe ich als Lehrer mein Ziel erreicht. Ganz besonders interessant ist dieses WPF natürlich für jene Schülerinnen und Schüler, die mit dem Gedanken spielen, einmal am Ende ihrer Schulkarriere in Bildnerische Erziehung zu maturieren, da viele Inhalte aus dem WPF den Stoff aus BE vertiefen oder ergänzen bzw. für den Themenpool bei der BE-Matura verwendet werden können.

Gibt es weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten? Welche Berufsfelder gibt es?
Nicht weit von Scheibbs entfernt gibt es in St. Pölten die „Fachhochschule für Medientechnik und Mediengestaltung”. Wer also bereits bei uns am BORG darauf kommt, dass die Gestaltung von bzw. mit Medien unterschiedlichster Art (Video, Fotografie, aber auch Radio) absolut sein/ihr Ding ist, der/die kann die Ausbildung zum professionellen Mediendesigner, zur professionellen Mediendesignerin dort fortsetzen und abschließen. Sollte innerhalb der WPF-Gruppe FFV Interesse bestehen, so werden wir den alljährlichen Tag der offenen Tür an der Fachhochschule St. Pölten besuchen und uns dort vom Direktor höchst persönlich durch die Schule führen und über Studienmöglichkeiten und Jobaussichten informieren lassen.

Und zum Abschluss die Frage aller Fragen:
Wie komme ich im WPF FFV zu einer guten Note?
Ganz einfach: Da sein und fleißig mitarbeiten. Dann ergibt sich alles von selbst.

Ich hoffe, ich konnte alle Fragen, die in den letzten Jahren immer wieder an mich gerichtet wurden ausführlich beantworten. Wenn nicht, dann fragt einfach noch mal nach!

Prof. Mag. Viktor Vas