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„Paradiso”-Theater am Borg Scheibbs

Wie jedes Jahr fand auch heuer wieder eine Theateraufführung an der Schule statt. Dieses Jahr kam das Stück „Paradiso” von Lida Winiewicz, gespielt von der „Österreichischen Länderbühne - Theater der Schulen”, zur Aufführung. Für die meisten von uns Schülern sind solche Vorstellungen seltene Kontaktpunkte mit dem Theater. Gerade deswegen ist die Qualität des gespielten Stückes von großer Bedeutung, da beim Schüler Interesse und nicht Desinteresse geweckt werden soll. „Paradiso” entpuppt sich für diesen Anlass als ideales Werk.

Der Inhalt des Stückes ist schnell zusammengefasst: Eine ältere Dame, Martha, und eine junge Krankenpflegerin, Vicky, treffen aufeinander. Zuerst herrscht eine Ablehnung gegenüber der jeweils anderen Person vor, doch nach und nach kommen sich die beiden einzigen Figuren des Stückes - auch über geschäftlichen Wege - immer näher. Aus einer Geschäftsbeziehung wird eine Freundschaft, ehe sich die Beschwerden des Alters bei Martha immer mehr verdichten.

Doch die wahre Stärke dieses Werkes ist nicht der Inhalt; vielmehr vermittelt es, was das Schauspiel auf der Bühne alles erreichen kann. Viele Jugendliche verbinden mit dem Begriff „Theater” nur die Dramen von Goethe und Schiller. Diese Werke sind zwar von zeitloser Genialität, doch für den jugendlichen Zuseher sind sie ohne eine intensive Auseinandersetzung kaum zugänglich. „Paradiso”, souverän und engagiert von den beiden Schauspielerinnen gespielt, ermöglicht hingegen ein sofortiges Eintauchen in das Stück. Nicht nur deswegen ist es für Schüler empfehlenswert. Denn wie bereits erwähnt, zeigt dieses Werk auch die Stärken des Theaters auf: Trotz der kurzen Aufführungszeit kommen sowohl tragische als auch lustige Elemente zum Tragen. Zusätzlich vermittelt es Nähe, Spontaneität und Lebendigkeit, allesamt Charakteristika eines ausgezeichnet geschriebenen und aufgeführten Stückes. Das Werk als auch die Inszenierung haben das Potential, Jugendliche für das Theater zu interessieren und ihnen die Vorzüge dieser Kunstform vor Augen zu führen.

Dominik Fischer