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„York is always a good idea” – die Sprachreise nach York

Sonnenschein, Temperaturen um die 20 °C und kein „pouring rain” - England hatte es tatsächlich gut mit uns gemeint und präsentierte sich unserer Reisegruppe von 63 SchülerInnen der 7. Klassen und 4 LehrerInnen von seiner besten (sonnigen) Seite.

Geleitet von Prof. Pfneisl durften wir eine Woche im nordenglischen York verbringen. Die Stadt, die in der englischen Geschichte als Handelsstadt (weil am River Ouse gelegen) eine große Rolle spielte, strahlt auch heute noch mittelalterlichen Flair aus, den man vor allem im City Center und hier besonders in den „Shambles“ wahrnehmen kann. Beim Shoppen in dieser Straße kamen nicht nur all unsere Harry Potter-Fans auf ihre Kosten, sondern auch die LiebhaberInnen der „feinen englischen Art“ beim Erstehen von englischen Teesorten und dem berühmten klebrig-süßen Fudge. Mag man sich in den „Shambles” in die mittelalterliche Vergangenheit zurückversetzt fühlen, darf man trotzdem froh sein, nicht wirklich im Mittelalter in besagter Straße zu stehen. Denn laut unserem Guide einer abendlichen Ghosttour - der uns anschaulich die dunklen und düsteren Seiten Yorks angefangen von Pestopfern bis zu Hinrichtungspraktiken der englischen Henker und der einfallenden Wikinger nahebrachte – waren die „Shambles” nämlich früher die Straßen der Fleischhauer. Der Geruch von totem Tier und der Anblick von Blut waren wohl wenig einladend.

Shopping war aber nicht das Hauptziel dieser Reise. Die SchülerInnen sollten einiges über die englische Kultur und Lebensweise lernen und nicht zuletzt ihre Kenntnisse über die englische Sprache vertiefen. „Improve your English style” war das Motto, das durch insgesamt 20 Stunden Sprachunterricht am Vormittag erreicht werden sollte, den die jungen Leute mehr oder weniger begeistert absolvierten. Zum Glück gab es Simon, einen engagierten Lehrer, der sich später auch als begnadeter Sänger herausstellen sollte, der den jungen Leuten Freude an der englischen Sprache vermittelte.

An den Nachmittagen folgte meist ein Kultur-und Unterhaltungsprogramm, etwa die - bereits erwähnte – Ghosttour, die Besichtigung des Münsters, der Besuch des „Dungeon”, des Castle- und des Railway-Museums und - auf freiwilliger Basis - des „Mindlock”. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war ein Tagesausflug ans Meer. Das idyllische Küstenstädtchen Whitby, das auch durch Dracula Berühmtheit erlangte, und das etwas mondänere Scarborough gefielen SchülerInnen und LehrerInnen gleichermaßen und stellte uns vor die nicht leicht zu beantwortende Frage „What do you prefer, Whitby or Scarborough?” (For me, it´s Whitby 😊) Neben all den Freuden gab es auch Kleinigkeiten, die auf wenig Begeisterung stießen. Die SchülerInnen mussten erkennen, dass die englische Lebensweise nicht immer dem österreichischen Standard entsprach: Untergebracht in Gastfamilien wurden sie mit kleinen Zimmern, Tiefkühlprodukten, Lunchpaketen mit fragwürdigem Inhalt, Chips mit absurden Geschmacksvariationen etc. (die sprichwörtlich gewordene englische „Spam”-Küche lässt grüßen) konfrontiert.

Doch die Unzufriedenheit war nur von kurzer Dauer, war man doch nach England gekommen, um ein anderes Land, seine BewohnerInnen und deren Gewohnheiten kennenzulernen. Da gehört es auch dazu, in diese Lebenswelt ein wenig einzutauchen. So verließen wir York eine Woche später mit etwas Wehmut, aber voller schöner Erinnerungen, mit vielen neuen Eindrücken und so einigem zu erzählen. Denn „anyone who goes travelling has stories to tell”.

Mag. Elisabeth Pfneisl